Mehr Schleichverkehr im Ortskern?

Von Sascha Kröner

Der Verein „Weilbach wehrt sich“ (WWS) zählt noch weitere Probleme auf, die den Anwohnern Sorgen bereiten. Für die Realisierung einer kleinen Ortsumfahrung Weilbach wurden die planungsrechtlichen Schritte beschlossen und eingeleitet. Der Verein moniert dennoch fehlende Verbesserungen.

Weilbach. 

Die Mitglieder des Vereins „Weilbach wehrt sich“ wollen es genau wissen: Nachdem Flörsheims Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) das Aufstellen eines Hinweisschildes auf der A 66 nicht durchsetzen konnte, wandte sich der Verein nun selbst an das Hessische Verkehrsministerium. Das gewünschte Schild soll vor der Autobahnausfahrt auf das Durchfahrtsverbot für Lkw in Weilbach hinweisen. Verwaltungschef Antenbrink hatte sich im Auftrag des Weilbacher Ortsbeirates bereits an das Ministerium gewandt. Im Juni teilte er mit, dass seine Bitte zurückgewiesen wurde. Auch der erneute Vorstoß von „Weilbach wehrt sich“ (WWS) konnte daran nichts ändern.

Ortsunkundige Fahrer

Nicht nur Lastwagen, auch viele Pkw nutzen die Weilbacher Ortsdurchfahrt, obwohl sie auf einer anderen Strecke fahren könnten. Foto: mar

Nicht nur Lastwagen, auch viele Pkw nutzen die Weilbacher Ortsdurchfahrt, obwohl sie auf einer anderen Strecke fahren könnten. Foto: mar

In einer Mitteilung des Vereins analysiert Pressesprecher Klaus-Günter Badeck nun die Begründung des Verkehrsministeriums: Eine Hinweisbeschilderung dieser Art diene nur dem Zweck, ortsunkundigen Fahrern unnötige Stichfahrten zu ersparen, zitiert Badeck aus dem Antwortschreiben. Ein Vorschriftszeichen stehe, laut Verkehrsministerium, jedoch nur dort, wo die jeweilige Anordnung zu befolgen sei. „Weilbach wehrt sich“ stellt diese Position in Frage. Der Verein wisse von Lastwagenfahrern, die wegen des Fehlens eines Hinweisschildes von der Autobahn abfuhren und plötzlich vor dem Verbotsschild am Ortseingang standen. „Weil sie nicht wussten, wie sie weiterfahren sollten, fuhren die Lkw-Fahrer einfach durch Weilbach durch“, erklärt Badeck. Auch die Bitte des Vereins um Lkw-Kontrollen in Weilbach wies das Verkehrsminsiterium zurück. Aufgrund der beengten räumlichen Verhältnisse in der Ortsdurchfahrt seien keine geordneten Kontrollen durchführbar, wiederholt Klaus-Günter Badeck die Argumentation des Ministeriums. Es werde darauf hingewiesen, dass Anhaltemöglichkeiten außerhalb der Stadt fehlen. „Weilbach wehrt sich“ widerspricht dieser Feststellung. Die Hofheimer Straße sei außerhalb des Ortes breit genug für Kontrollen, so Badeck. Das Ministerium habe außerdem deutlich gemacht, dass neben der Polizei auch der Bürgermeister als Ordnungsbehörde für die Verkehrsüberwachung zuständig sei. „Weilbach wehrt sich“ vertritt die Meinung, dass von dieser Möglichkeit mehr Gebrauch gemacht werden müsse.

Im 24-Sekunden-Takt

Der Blitzer in der Mainzer Straße ahndet zu schnelles Fahren. Schleichverkehr hält er nicht ab.

Der Blitzer in der Mainzer Straße ahndet zu schnelles Fahren. Schleichverkehr hält er nicht ab.

Ein weiteres Thema, das dem Weilbacher Verein unter den Nägeln brennt, ist die Ampel an der Ecke Rüsselsheimer Straße/Mainzer Straße/Frankfurter Straße. Der Nutzen der Lichtsignalanlage ist seit ihrer Installation vor allem zwischen den verschiedenen Parteien umstritten. „Weilbach wehrt sich“ greift eine Äußerung der SPD-Stadtverordneten Martina Pokowietz auf, die bei einer Ortsbegehung erklärt habe, dass der Schleichverkehr in Weilbach nachgelassen habe. Klaus-Günter Badeck hält von dieser Argumentation nichts. Denn der Verein sei zu anderen Ergebnissen gekommen: Mitglieder zählten zwischen 7.30 und 8 Uhr mehrere Autos, die die Ampel, aus Richtung Flörsheim kommend, umfahren. In die Schulstraße sei alle 24 Sekunden ein Wagen eingebogen, in die Erlenstraße alle 82 Sekunden, teilte der Pressesprecher mit. „Die Zunahme des Verkehrs wurde uns in Gesprächen von den Anliegern in diesen Straßen bestätigt“, so Badeck.

Abgase an der Straße

Mit Unverständnis reagiert „Weilbach wehrt sich“ darüber hinaus auf die aktuelle Messung der Luftschadstoffe in Flörsheim. Der Verein bezieht sich auf die vor einigen Wochen installierte Messstation im Christian-Georg-Schütz-Park, die in den nächsten zwölf Monaten die Konzentration der Luftschadstoffe kontrollieren soll. Die Mitglieder von „Weilbach wehrt sich“ begrüßen die Maßnahme, fragen sich aber gleichzeitig, so Klaus-Günter Badeck weiter, warum die Luftverschmutzung in den Durchgangsstraßen Weilbachs nicht gemessen werde. Der Verein geht von einer deutlichen Überschreitung der Grenzwerte aus. „In Weilbach fahren die Lkw fünf Meter an den Fußgängern vorbei, während die Flugzeuge 230 Meter über Flörsheim ihre Abgase verbreiten“, argumentiert Klaus Günter Badeck. „Warum werden in Weilbach andere Maßstäbe angelegt als in Flörsheim?“, stellt der WWS-Sprecher eine provokante Frage.

Quelle: (Höchster Kreisblatt) zum Artikel

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